Für alle nicht-Münchner und die, denen die Wiesn nur ein Schulterzucken abringen kann, sowie die besagte Bedienung der Ochsenbraterei : Bitte nicht weiterlesen.
Dass auf der Weisn auch vieles “hintenrum” läuft, ist klar. Da werden Reservierungen weitergegeben, Bändchen rausgeschmuggelt und mehrmals verwendet. Hab ich zugegebenermaßen auch schon alles mitgemacht und auch davon profitiert. Aber was am Sonntag eine Bedienung mit uns in der Ochsenbraterei abziehen wollte, ist wirklich unter aller Sau!
Nachdem Freunde schon seit etwas längerer Zeit an einem Tisch in der Ochsenbraterei saßen, kam ich mit 2 Freundinnen so gegen 15 Uhr auch nach. Es war überraschend ruhig am Eingang, man konnte noch einfach reinmarschieren, eigentlich ungewöhnlich für Sonntag Nachmittage. Am Tisch war auch noch ausreichend Platz. Die erste Maß war auch schnell bestellt, an einem Hendl mitgegessen, das wohl etwas zu lange auf dem Grill war. Wunderbar. So lässt es sich aushalten.
Auf einmal ging dann die Bedienung durch unsere Reihe. In der Hand hielt sie ein paar Reserierungsschilder, die sie an unserem, sowie den beiden benachbarten Tischen anbrachte. Wir schauen auf das Schild: “Frei bis 16:00 – Reserviert ab 16:30 für Fa. G******” (nach meinen Recherchen handelt es sich dabei um einen Fachgroßhandel für Haustechnik).
Dass uns hier jemand verarschen will, war uns von Anfang an klar. So dürfen zum Einen am Sonntag keine Tische im Mittelschiff reserviert werden und am Eingang der Ochsenbraterei hängt nochmal ein Schild, dass die Reihen 3-13 sonntags frei sind. Ferner sind alle Reservierungsschilder in der Ochsenbraterei mit dem Computer geschrieben – Unseres war handgeschrieben. Um das Ganze auch noch Offiziell zu haben, sind wir zur Reservierungsstelle im Zelt gegangen, hier wurde uns bestätigt, dass dieser Tisch nicht reserviert ist (und sein darf) und wir einfach sitzen bleiben sollen.
Haben dann beschlossen, es drauf ankommen zu lassen. Kurz nach 16 Uhr kam dann tatsächlich die Bedienung vorbei und meinte, dass hier jetzt dann reserviert sei. Ich glaube, sie hat gemerkt, dass wir uns nicht vertreiben lassen.
Ihre besten Argumente “Wenn hier reserviert ist, dann dürfen die da hin” – “Die Schilder werden immer erst später angebracht, sonst reißen die die Leute nur ab” Zur Info: In jedem Zelt sind die Reservierungsschilder immer von der Früh an, an den Tischen angebracht. – “Ich kann da ja auch nichts machen. Das ist halt so.”
Wir haben dagegen gehalten, aber sie wollte so nicht einlenken und dachte, sie könnte nen Trumpf ausspielen, als sie sagte “Ich hole meinen Vorgesetzten” – Ich hab direkt nacht dem Geschäftsführer verlangt.
Als die Bedienung, dann nach ein paar Minuten kam und total patzig meinte, dass wir bleiben dürfen und die Gäste “in ihre Box zurück gehen” (Hallo?? Gehts eigentlich noch? Die ham ne Box und wollen uns dann noch die Tische wegnehmen? ) - hats mir gereicht. Ab zum Geschäftsführer. Eigentlich hatten wir darauf gehofft, dass es vielleicht eine Freimaß oder sowas gibt, aber naja. Auf jeden Fall hat der mit unserer Bedienung, dann n ernstes Wörtchen geredet und die war auf einmal sehr schnell, wenn wir etwas bestellt hatten.
Wir hatten unseren Spaß, ich glaube die Bedienung nicht so
Für alle, die die Regelung noch nicht kennen:
- Samstags müssen 2/3 des Mittelschiffs frei sein
- Sonntags und am 3. Oktober muss gar das ganze Mittelschiff frei bleiben
- Reservierungsschilder sind immer fest am Tisch fixiert und computergeschrieben
- Wenn euch etwas komisch vorkommt, erstmal nachhaken, oft wird versucht sich ein bißchen was dazuzuverdienen durch solche Aktionen
PS: Das Psychodelic lohnt sich nur, wenn man zu mindest angetrunken ist und mit lustigen Leuten unterwegs ist. Sonst ist es wohl eher rausgeschmissenes Geld. Und hält meiner Meinung nach, nicht das was es verspricht. Aber danach die Brille auflassen und mit der nach Hause laufen!
So long, wir sehn uns auf der Wiesn!